Herbstanfang

Jetzt kann man wirklich nicht mehr von Sommer sprechen. Irgendwie möchte ich nie, dass er zu Ende geht  – in diesem Jahr besonders. Mit dem Sommer war für mich mehr Helligkeit verbunden. Mehr Sicherheit, weniger Nacht, die so oft bedrohlich schien.

Nun merke ich jeden Tag, wie viel früher es dunkel wird. Und ich spüre in mir die Angst, dass mit der stärkeren Dunkelheit auch diese Nacht wieder in wächst; diese Nacht, die zurzeit wie ein verschwommenes Bild abgelegt zu sein scheint.

Erst vor wenigen Tagen war diese Nacht wieder Thema in meinem Träumen. Ich lief in einem Ballkleid durch eine Einkaufspassage, ein langer Schlauch, gefliest mit hellen Platten. Plötzlich steuert ein älterer Mann auf mich zu, greift mir ins Dekolleté als würde ihm mein Aufzug eine Erlaubnis erteilen. Ich weine nicht, breche nicht zusammen, sondern schreie ihn an: „Tickst du noch richtig?“, brülle ich. Laufe weiter, an Menschensilhouetten vorbei, die sich nicht wohlwollend anfühlen.

Als ich aufwache weiß ich, dass in mir Stärke wächst.

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Aufwärts in der Metro

In der U-Bahn fiel es mir wieder ein. Ich war auf dem Weg zur Arbeit. Ein normaler Morgen. Wie immer stieg ich ein in einen der Waggons, weiter vorne, wie immer drängten sich dort Menschen, alle mit dem gleichen Ziel. Vielleicht war es die plötzliche Dichte in dem Wagen, die mich erinnern ließ, aber auf einmal durchschoss mich ein Gedanke: Ich habe schon lange nicht mehr für meinen Blog geschrieben, dachte ich. Gefolgt von einem inneren Jubelschrei: Für wenige Wochen habe ich nicht mehr an diese Nacht gedacht. Ja, diese Bilder der Nacht waren nicht mehr so präsent.

Es war ein starker Moment, der mir endlich das Gefühl gab, dass ich Fortschritte machte. Sicher, gleichzeitig hieß es auch, dass die Nacht wieder in mein Bewusstsein schoss, aber ich fühlte mich auf dem richtigen Weg.