Herbstanfang

Jetzt kann man wirklich nicht mehr von Sommer sprechen. Irgendwie möchte ich nie, dass er zu Ende geht  – in diesem Jahr besonders. Mit dem Sommer war für mich mehr Helligkeit verbunden. Mehr Sicherheit, weniger Nacht, die so oft bedrohlich schien.

Nun merke ich jeden Tag, wie viel früher es dunkel wird. Und ich spüre in mir die Angst, dass mit der stärkeren Dunkelheit auch diese Nacht wieder in wächst; diese Nacht, die zurzeit wie ein verschwommenes Bild abgelegt zu sein scheint.

Erst vor wenigen Tagen war diese Nacht wieder Thema in meinem Träumen. Ich lief in einem Ballkleid durch eine Einkaufspassage, ein langer Schlauch, gefliest mit hellen Platten. Plötzlich steuert ein älterer Mann auf mich zu, greift mir ins Dekolleté als würde ihm mein Aufzug eine Erlaubnis erteilen. Ich weine nicht, breche nicht zusammen, sondern schreie ihn an: „Tickst du noch richtig?“, brülle ich. Laufe weiter, an Menschensilhouetten vorbei, die sich nicht wohlwollend anfühlen.

Als ich aufwache weiß ich, dass in mir Stärke wächst.

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